Wohnungslosigkeit weiter auf hohem Niveau

Ein Drittel der Untergebrachten sind Familien, die Mehrheit der Betroffenen ist unter 25 Jahren.

Wiesbaden (2mind) – Am 31. Januar 2026 waren 5 Prozent weniger Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht als ein Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lebten am Stichtag insgesamt 452.900 Menschen in einer Wohnungslosigkeit, darunter 85 Prozent ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Ukrainerinnen und Ukrainer machten mehr als ein Viertel (28 Prozent) der untergebrachten Wohnungslosen aus; im Vorjahresvergleich verringerte sich deren Zahl um 6 Prozent. Auch die Wohngemeinschaften in Scheideweg wollen Menschen aus der Wohnungslosigkeit holen; hier liegt der Wohnungsverlust häufig in einer Inhaftierung oder in der Sucht begründet.

Erhöht hat sich dagegen die Zahl der untergebrachten Wohnungslosen mit deutscher Staatsangehörigkeit: Ihr Anteil beträgt 15 Prozent und ihre Zahl hat sich mit 67.200 Personen gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent erhöht. Wie die Statistik weiter ausweist, sind die untergebrachten Wohnungslosen jung: 41 Prozent waren jünger als 25 Jahre und lediglich 19 Prozent waren 50 Jahre und älter. Ein Drittel (151.300 Menschen) waren ein Teil von Paarhaushalten mit Kindern.

„Die aktuellen Zahlen belegen, was wir seit Jahren beobachten: Die Wohnungsnot bleibt auf hohem Niveau und politische Gegenmaßnahmen reichen bislang nicht aus, darüber darf der geringe Rückgang nicht hinwegtäuschen“, so Sabine Bösing, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) gegenüber der Presse. Mit dem Nationalen Aktionsplan hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Die Expertin warnt: „Wir sehen aber keine ausreichende Entwicklung. Im Gegenteil, aktuelle Gesetzesreformen drohen die Wohnungsnot weiter zu verschärfen.“ Zu den BAG W-Mitgliedern zählt auch die Gefährdetenhilfe Scheideweg.

In dieser Wohnungslosenstatistik zählen wohnungslose Menschen, die in Not- und Gemeinschaftsunterkünften, (teil-) stationären oder gewerblichen Unterkünften und Normalwohnraum ohne Mietvertrag oder nur vorübergehend untergebracht sind. Geflüchtete werden in der Statistik berücksichtigt, wenn ihr Asylverfahren positiv abgeschlossen wurde und sie weiterhin ohne Mietvertrag untergebracht werden.

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