Von der geplanten Eröffnung einer Wohngemeinschaft für Frauen aus der Haft oder ähnlichen Lebenskrisen in Scheideweg hatten wir berichtet. Nun arbeitet seit September ein Mitarbeiterinnen-Team und bereitet den Start der Frauen-WG konkret vor, die ersten Frauen können wir ab Oktober aufnehmen.
Starten wir die Frauen-WG in einem Haus in Scheideweg, in dem zugleich eine Mitarbeiterfamilie lebt. Ein junges pädagogisches Team wird die Frauen begleiten. Auf dem Foto oben zu sehen: Vivien Markwart (BFDlerin), Halina Bauer, Maria Gröninger, Ylva Preuß (v.l.n.r.). Das Team wird weiter ergänzt.
Etwa 6% der Inhaftierten in Deutschland sind Mädchen und Frauen. Einige treffen wir regelmäßig in der JVA Köln und seit diesem Jahr auch in der Jugendstrafanstalt Wuppertal-Ronsdorf. Warum Frauen in viel geringerem Umfang inhaftiert werden als Männer, konnten Wissenschaftler bisher nicht schlüssig klären.
Was aber klar beschrieben werden kann, ist die Situation, in der sich viele haftentlassene Frauen befinden: Dazu gehören die Erfahrung von Armut, Gewalt, Missbrauch und Sucht, das Fehlen sicheren Wohnraums, ein schlechter Gesundheitszustand, der Verlust der Position innerhalb der Familie, fehlende berufliche Perspektiven und eine geringe Selbstachtung. Als Frau inhaftiert zu sein, wird gesellschaftlich besonders negativ bewertet (Stigmatisierung).
Für Frauen mit diesen Belastungen gibt es zu wenige Unterstützungsangebote.

Die Frauen-WG bietet vier stationäre Plätze. Die Wohngemeinschaft kann von den Zweckbetrieben Café und Geschenke SCHEIDEWEG profitieren, die tagesstrukturierende und berufsfördernde Maßnahmen anbieten. Schuldner- und Privatinsolvenzberatung, Buchhaltung sowie Büro- und Gesprächsräume werden bereits vorgehalten. Für ein breiteres Spektrum an Hilfen möchten wir gleichzeitig ein Angebot ambulanter Betreuung von Frauen aufbauen und haben dazu Kontakt mit Wohnungsanbietern und christlichen Gemeinden aufgenommen.
- Die Informationen dazu, wer in die Wohngemeinschaft aufgenommen werden kann und wie der Weg zu uns ist, > gibt es hier.
- Wir suchen Unterstützerinnen und Unterstützer (> zum Spendenportal)
Eine erste Konzeption steht. Mit dem WG-Team soll sie weiterentwickelt und konkretisiert werden (> zur Konzeption).
Aus der Konzeption:
Das Angebot der Frauen-WG und der ambulanten Betreuung basiert auf christlichen Grundwerten. Es ist bedürfnis-, risiko- und ressourcenorientiert und versteht sich als ganzheitliche langfristige Hilfe.
Im Fokus steht die Entwicklung jeder Frau mit ihren Gaben und Stärken mit dem Ziel, möglichst selbständig und finanziell unabhängig ihren Weg in positiv erlebten sozialen Beziehungen und in der Gesellschaft gestalten zu können.