Immer mehr junge Menschen sterben an Drogen

Berlin (2mind) – In Deutschland verstarben im vergangenen Jahr 2.150 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. 2024 kostete der Konsum illegaler Drogen 2.137 Menschen in Deutschland das Leben; die Zahl der Drogentoten bleibt damit auf hohem Niveau. Die Drogentoten werden dabei immer jünger. Seit 2021 sind die Todesfälle unter 30-Jähriger um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den unter 20-Jährigen haben sie sich fast verdoppelt. Heute ist nahezu jeder vierte Drogentote jünger als 30 Jahre.

Mehr als vier von fünf Drogentoten starben nach dem gleichzeitigen Konsum mehrerer Substanzen. Bei den jungen Drogentoten waren dabei vor allem Medikamente ( Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel) beteiligt. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), erklärte bei der Vorstellung dieser Zahlen: „Mischkonsum ist hochgefährlich. Vielen jungen Menschen ist dieses Risiko nicht bewusst. Sie konsumieren aus psychischer Belastung, aus Neugier oder Übermut und mischen Substanzen.“ Streeck zufolge hat sich der Drogenmarkt mit der Digitalisierung verändert: „Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt. Der Dealer an der Straßenecke ist längst nicht mehr das einzige Problem.“

An 769 Todesfälle waren Kokain oder Crack beteiligt – diese Zahl hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt (+110,7 Prozent). Die Suchtexpertin Tamara Hanemann, die bei der Suchthilfe Wuppertal das Ambulant betreute Wohnen und das Café Intakt leitet, erklärte gegenüber 2mind: „Wir sind mittendrin in der Crackwelle.“ Die rauchbare, chemisch aufbereitete Form von Kokain wirkt extrem schnell, besitzt ein hohes Suchtpotential und führt zu Angst- und Wahnzuständen sowie zu sozialer Verelendung, etwa durch Wohnungslosigkeit. Hanemann zu den Crackkonsumenten: „Die fallen aus jeglichen Hilfesystemen raus.“

In den Wohngemeinschaften der Gefährdetenhilfe SCHEIDEWEG  erhalten ehemalige Drogenkonsumierende Unterstützung beim Aufbau eines suchtmittelfreien Lebens.

Foto: Heroinlöffel vor dem Aufkochen (Achim Halfmann / GFH)

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